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Chemisches Peeling – die Hautoberfläche gründlich entschuppen

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Um die Gesichtshaut sichtbar feiner und klarer, aber auch straffer aussehen zu lassen, ist ein chemische Peeling eine Behandlungsmöglichkeit. Dieses Verfahren wird in verschiedene Stufen eingeteilt.  Sie gehen von leicht, oberflächlich und mittel bis zu sehr tiefen Peelings. Es ist verständlich, dass bei den tief in die Hautschichten stattfindenden Behandlungen mehr Risiken abgewogen werden müssen, als bei den leichten und oberflächlichen.

Chemisches Peeling

 

Peelings gab es schon in der Antike

Ein chemisches Peeling ist nicht, wie man vermuten könnte, eine Erfindung der modernen Zeit. Schon vor rund 3.500 Jahren wurden im alten Ägypten, dem Mekka schöner Frauen, solche Behandlungen durchgeführt. Das Papyros Ebers ist die einzige, vollständig erhaltene medizinische Buchrolle aus dieser Zeit. Sie gibt unter anderem Aufschluss darüber, dass schon in der Antike Frauen mit Peelings gearbeitet haben. Natürlich waren sie zu dieser Zeit noch nicht aus den Bestandteilen hergestellt, wie man sie heute verwendet. Wie die Ergebnisse ausgesehen haben, ist  nicht bekannt. Dafür bietet die moderne ästhetische Dermatologie nicht nur mehr Möglichkeiten, sondern auch für jeden Anspruch die richtige.

Die Unterschiede der verschiedenen Peelings

So unterschiedlich wie die Gründe für ein chemisches Peeling, so verschieden sind auch die Produkte, die dabei zum Einsatz kommen. Ganz allgemein kann man ein chemisches Peeling so erklären: Für die Behandlung der Haut wird ein säurehaltiges Produkt verwendet, das die, die Kollagenproduktion anregt oder einen leichten Straffungseffekt erzielt.

Für chemische Peelings werden je nach Tiefe des Peelings entweder Alpha-Hydroxysäure (z. B. Glykolsäure) oder Beta-Hydroxysäure (Salicylsäure) oder auch TCA-Trichloressigsäure verwendet.

Je tiefer die Substanz in die Haut eindringt, desto effektiver, aber auch desto nebenwirkungsreicher ist die Behandlung. Die angenehmste Peeling-Variante sind das leichte und das oberflächliche Peeling, durch das eine leichte Verbesserung des Hautbildes erzielt wird. Das mittlere, oder auch als Deep-Peeling bezeichnete Tiefenpeeling kann mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen einhergehen. Besonders bei dieser Variante sollte darauf geachtet werden, dass es von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt wird.

Die Wirkung der unterschiedlichen chemischen Peelings

Eine schonende Variante ist das leichte AHA-Peeling, das auch als Glycolsäure-Peeling bezeichnet wird. Es wirkt bereits stärker als Produkte, die in der Drogerie gekauft werden können. Dieses Mittel kann zur Behandlung kleiner Fältchen, leichter Akne, unreiner oder grobporiger Haut oder bei einer ungleichmäßigen Pigmentierung eingesetzt werden.

AHA Fruchtsäuren
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Durch die Glycolsäure wird die oberste Hautschicht mit ihren toten Hautzellen entfernt. Die Hautzellen darunter können sich regenerieren, die Neubildung von Kollagen wird angeregt. Dadurch sieht die Haut nicht nur straffer aus, sie kann mehr Wasser binden und wird deshalb viel jugendlicher aussehen.

Um mit einem Peeling nicht nur oberflächlich, sondern auch die mittlere Tiefe zu erreichen, wird das TCA-Peeling, das Peeling aus Trichloressigsäure durchgeführt. Es ist in unterschiedlich hohen Säurekonzentrationen im Einsatz und sollte nur von einem erfahrenen Dermatologen durchgeführt werden. Es kann die Haut abschälen, Fältchen oder Narben und sogar Warzen vermindern oder beseitigen. TCA ist ein hornlösender Wirkstoff und kann bei unsachgemäßer Anwendungen die Haut stark verätzen.

Noch aggressiver als TCA ist das chemische Mittel Phenol, das als das stärkste Peelingmittel gilt. Damit kann die Haut sogar bis zur Kollagenschicht angegriffen, förmlich abgeschmolzen werden. Durch die einwirkenden Moleküle des Mittels wird die Dermis gereizt, aber auch stimuliert. Sie muss danach wieder neu aufgebaut werden, was zwischen zwei und sechs Monaten dauern kann. Peeling mit Phenol hat einen Lifting-Effekt, weil die Hautspannung wieder hergestellt wird. Für schwere Formen der Hautalterung ist es eine Alternative zum Skalpell oder zu Spritzen.

Chemisches Peeling

 

Der Ablauf eines chemischen Peelings

Unabhängig davon, welches chemische Peeling-Mittel gewählt wird, läuft die Prozedur immer gleich ab. Zur Vorbereitung wird durch den Arzt eine besondere Creme verschrieben, welche die Haut auf das chemische Peeling vorbereitet.

Bevor die Peeling-Behandlung durchgeführt wird, muss die Haut gereinigt und entfettet werden. Nach der entsprechenden Einwirkzeit des gewählten Peelings wird die Haut neutralisiert. Beim TCA Peeling tritt nach 1-2 Tagen eine starke schälende Wirkung ein, die bis zu einer Woche andauern kann. Danach wird das neue Hautbild sichtbar.

Bei der Behandlung mit Phenol ist der Ablauf anders. Hier dauert die Vorbereitung 2-3 Wochen, außerdem wird die Haut radikal entfettet. Die Lösung wird in mehreren Schritten aufgetragen, danach mit Zinkoxidpflaster für 24 Stunden luftdicht abgeklebt. Anschließend erfolgt noch eine Behandlung mit Phenol. Eine antiseptische Pudermaske, die 7 Tage auf der Haut bleibt und ein Wundverband für 24 Stunden sind die abschließenden Maßnahmen.